Wir sehen Knochen, menschliches Gewebe und Gehirnscans.
Röntgenbilder wurden zerschnitten, neu zusammengefügt und mittels der Technik der Cyanotypie auf Stoffbahnen ausbelichtet.

Der Menschliche Körper wurde dekonstruiert, reduziert und in seine Einzelteile zerlegt. Vergleichbar mit der Tektonik in der Architektur, wird die innere Struktur offengelegt. Die Skelett- und Gewebeaufnahmen verschmelzen zu grotesken Gebilden, die mit der natürlichen Anatomie des Menschen nur mehr wenig zu tun haben.

Es werden Schritt für Schritt die sichtbaren Schichten wie Geschlecht, Hautfarbe, Größe oder Herkunft abgetragen. All das, was wir für gewöhnlich als erstes erkennen, lässt sich nur vage vermuten. In Anlehnung an Martin Heideggers Schrift „Geviert“, wird der Mensch bei dieser Arbeit aus seiner Rolle als Zentrum der Welt weggedacht.  Der Mensch, so wie wir ihn kennen, sieht sich im Mittelpunkt. Er verwertet alles und nützt unbedacht Rohstoffe und Energiequellen. Er bereichert sich aufgrund fremder Arbeit und schafft ein Ungleichgewicht. Er sieht sich als Herrscher und nicht als sterblicher Gast der Erde.

 

Cyanotypie auf Stoff

Ein gemeinsames Projekt mit Ernst Miesgang

3 Stoffbahnen 80cm x 300cm